Fugen Glossar
Fuge
Als Fuge wird der Zwischenraum zwischen mehreren Teilen eines Fußbodenbelags (Fliesen, Natursteinplatten, Parkettbohlen usw.) bezeichnet. Durch die Fuge werden die einzelnen Elemente kraftschlüssig und/oder dichtend verbunden. Als Füllmaterialien dienen Fugenmörtel (Fugengrau, Fugenweiß) und Kleber mit spezifischen Eigenschaften (Fugenmasse). Je nach Formatgröße der Belagselemente wird die Fugenbreite angepasst.
Darüber hinaus werden noch technische Fugen zwischen Bauteilen - Bewegungsfugen, Dehnungsfugen, Bautrennfugen, Wandanschlussfugen u.a. - unterschieden. Sie dienen der schadfreien Verbindung von Bauteilen zur Kraftübertragung bzw. -ableitung oder auch Isolierung und werden mit dauerelastischen, dauerplastischen oder gegeneinander beweglichen Materialien gefüllt.
Anschlußfuge
a) Fuge zwischen zwei Bauteilen aus unterschiedlichen Werkstoffen, z.B. eine Fuge zwischen Metall und Glas etc.
b) Fuge zwischen zwei Bauteilen aus gleichen Werkstoffen aber unterschiedlicher Funktion. Dies hier ist die weniger bekannte Seite der Definition. Beispiel: Fuge zwischen einem Betonfußboden (Geschoßdecke) und tragender Säule, ebenfalls aus Beton
Überall dort, wo ein Wand- oder Bodenbelag auf ein feststehendes Bauteil - z. B. Fenster- und Türzagen, Wandsockel, Schrankwände u. ä. - trifft, ist eine flexible Anschlussfuge nötig. Durch diese Art der Bewegungsfuge wird gewährleistet, dass es zu keinerlei Beschädigungen durch Formveränderungen des Belags kommt, da er mit dieser Fuge ausreichend Expansionsraum erhält.
Bewegungsfuge
Verursacht durch wechselnde Belastungen, Änderungen im Feuchtigkeitsgehalt und von Temperaturen, vollziehen Fliesen, Estrich und auch Beton permanente Formveränderungen. Diese Bewegungen können zu Spannungsrissen führen. Um diese Zwängspannungen schadfrei aufzunehmen, müssen an verschiedenen Stellen Puffer in den Belag eingebaut werden: So genannte Bewegungsfugen, die die physikalischen Verformungen auffangen. Unterschieden werden dabei nach der Lage und Funktion der Fugen Anschlussfugen, Bautrennfugen, Bauwerksfugen, Randfugen, Dehnungsfugen und Scheinfugen.
Dehnungsfuge
Dieser Fugentyp dient dem Aufnehmen von Bewegungen des Estrichs infolge von Schwankungen der Temperatur sowie des Feuchtigkeitsgehaltes, um Spannungsrisse zu verhindern. Die Bewegungsfugen unterteilen großflächige, starre Bodenkonstruktionen systematisch in kleine Einzelfelder, was zu einer physikalischen Zerlegung der Druck- und Zugspannungen durch Dilatation und Scherkräfte führt. Zudem werden sie am Wandanschluss eingeplant. Durch die Verfüllung mit einem dauerplastischen oder dauerelastischen Material (z. B. Silikon) oder dem Einbau eines Dehnungsprofils dienen sie als Platzhalter für Ausdehnungs-prozesse und verhindern weitgehend Rissbildungen. Bei Renovierungen müssen bestehende Dehnungsfugen unbedingt erhalten bleiben.
Dauerelastisch
Um die Ausgleichsfunktion von Arbeitsfugen auf Dauer zu erfüllen, bedarf es gummielastischer Werkstoffe, die die auftretenden Dehnungen und Stauchung der Bauteile mitmachen. Diese Werkstoffe werden generell als dauerelastisch bezeichnet. Zu dieser Gruppe gehören z.B. Fugenmassen auf Silikon- und Synthesekautschuk-Basis oder Dichtprofile aus APTK (Aethylenpropylterpolymer-Kautschuk).
Industriefuge
Unspezifizierter Ausdruck für eine Fuge in der Industrie oder im Industriebau.
Offene Fuge
Fuge zwischen zwei Bauteilen, die absichtlich nicht verschlossen wird. Ggf. kann sie durch ein Fugenband oder ein Blech überbrückt werden.
Wartungsfuge
Die Wartungsfuge ist starken chemischen und/oder physikalischen Einflüssen ausgesetzt. Der Dichtstoff muß in regelmäßigen Zeitabständen überprüft und gegebenenfalls erneuert werden, um Folgeschäden zu vermeiden.
Bautrennfuge
Bautrennfugen trennen Bauwerke (z. B. Reihenhäuser, Doppelhaushälften) oder Bauabschnitte großer Gebäudekomplexe (z.B. Gebäudetrakte, Treppenhäuser) komplett voneinander. Sie verläuft durchgängig vom Fundament bis zur Dachhaut zwischen den beiden benachbarten Gebäuden bzw. Gebäudeteilen. Sie ist dabei in allen Schichten - Beton, Dämmung, Estrich und Fußbodenbelag - in gleicher Breite angelegt und mit dauerelastischem oder dauerplastischem Material verfüllt. Neben der Pufferwirkung gegen Gebäudebewegungen dient die Bautrennfuge auch als Barriere gegen Schallübertragungen durch das Mauerwerk.